Schutz für Mensch und Natur: Polizeiaktionen gegen illegale Befahrung

Jüterbog,14.06.2018. Illegale Befahrung ist ein hartnäckiges Problem in Naturschutzgebieten, vor allem auf ehemaligen Truppenübungsplätzen. Unerlaubte Aktivitäten auf diesen Flächen sind gemäß Wald- und Naturschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit, die mit mehreren hundert Euro Strafe belegt wird. Darüber hinaus gefährden die Fahrer die Natur, andere Menschen und sich selbst.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hat im April und Mai 2018 auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog Großaktionen gegen illegale Befahrung durchgeführt. Beispielhaft war dabei die Zusammenarbeit mit der Polizei, Förstern, Stiftungsmitarbeitern und ehrenamtlichen Unterstützern. Zusätzlich zu den Helfern auf der Fläche kam erstmals auch ein Leichtflugzeug mit hochauflösenden Kameras zur Überwachung aus der Luft zum Einsatz.

Bei den Stiftungsflächen handelt es sich um ehemalige Truppenübungsplätze mit Munitionsbelastung außerhalb der markierten und beräumten Wanderwege. Oftmals sind die weitläufigen wenig erschlossenen Naturschutzgebiete für Rettungskräfte nur schwer zugänglich. Gefahren des Geländes aus der langjährigen militärischen Nutzung sind oft nicht einschätzbar. In der Vergangenheit kam es bereits zu einem tragischen Unfall eines illegalen Fahrers mit Todesfolge.

Der Schaden für die Tiere und Pflanzen durch Lebensraumzerstörung, Lärm und Fahrspuren ist zudem erheblich. Durch die illegale Befahrung mit Motocross und Quads werden die gesetzlich geschützten Lebensräume seltener Arten immer wieder gefährdet oder sogar zerstört.

Im August 2017 wurde auf der Stiftungsfläche Lieberose bereits eine größere Gruppe von Quadfahrern gestellt. Die Personalien wurden festgestellt und die Tat zur Anzeige gebracht - eine Spritztour mit Folgen. Auch in Jüterbog führten mehrere gezielte Aktionen der Stiftung in Kooperation mit verdeckten Ermittlern und der Polizei zu Erfolgen und entsprechenden Anzeigen. Weitere Maßnahmen werden folgen.

Große unzerschnittene Flächen, auf denen sich die Natur frei entwickeln kann, gibt es heute im dicht besiedelten Deutschland kaum noch. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für den Wert dieser Gebiete als Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Dabei bietet ein ausgewähltes und sicheres Wanderwegenetz, welches durch Stiftungsmitarbeiter regelmäßig kontrolliert und gepflegt wird, Erholungssuchenden einen wertvollen und gern genutzten Rückzugsraum.

Bitte unterstützen Sie uns bei der Erhaltung und ungestörten Entwicklung von Brandenburgs Urwäldern von morgen. Wir sind für jegliche Hinweise, die zur Identifizierung von illegalen Fahrern in Wäldern und Naturschutzgebieten führen, sehr dankbar und verfolgen diese konsequent.