Historie des Gebietes

Wald und Flur
Nach der Eiszeit und der allmählichen Wiederbewaldung wurden die Wälder und dessen Produkte wie Holz, Früchte und Pflanzen nach und nach zunehmend vom Menschen genutzt. Im 18. Jahrhundert erreichte diese Nutzung ihren Höhepunkt – mit der Konsequenz, dass vom Wald, sprich den Bäumen, nicht mehr viel zu sehen war. Stattdessen tat sich eine weite Heidelandschaft auf, von der heute noch viele Gebietsnamen künden.

Durch die Einführung des Gedankens der Nachhaltigkeit (der Holzmengennutzung) und Wiederaufforstungsprogramme konnte sich wieder ein Wald entwickeln, der allerdings zu einem überwiegenden Teil aus Kiefern bestand. Dieses Bild ergibt sich auch heute noch in der Fläche.

Bild Kiefernforst

Große Teile der Flächen befanden sich seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Grafen von der Schulenburg und Houwald. Nach 1945 erfolgte über die Bodenreform eine Aufteilung des Besitzes in staatliche Forstreviere. Über verschiedene Strukturen erfolgte schließlich die Gründung des Militärforstbetriebes (VEB) Lieberose. Lieberose war der einzige sowjetische Truppenübungsplatz in der DDR, auf dem die Liegenschaftsverwaltung durch den deutschen Militärforstbetrieb erfolgte.

Militärisches Übungsgebiet
Die Geschichte des Übungsplatzes beginnt mit einem großen Waldbrand im Mai 1942. Dieser Brand markiert den Anfang der Einrichtung des geplanten Groß-Truppenübungsplatzes „Kurmark“ durch die Waffen-SS. Zum Aufbau des Geländes errichteten die Nationalsozialisten die Außenstelle Lieberose des KZ Sachsenhausen; eine Einrichtung, die von 1945 bis 1947 als sowjetisches Internierungslager genutzt wurde. Die angedachte umfassende Nutzung des Platzes als militärisches Übungsgebiet erfolgte erst durch die Rote Armee ab 1945.

Siedlungen und andere Einrichtungen wurden zurückgebaut (z. B. Burghof, Spreewald-Kleinbahntrasse). Der Platz wurde intensiv militärisch als Großmanöverraum genutzt, unter anderem mit Übungsgelände für chemische Waffen, Feldflugplatz, Artillerie-, Panzer-, Raketen- und Luft-Boden-Schießplatz.

Nach der politischen Wende 1990 wurde der Truppenübungsplatz aufgegeben. Das letzte Panzerschießen und der Abzug der russischen Streitkräfte fanden 1992 statt. Die Liegenschaften befanden sich nun im Eigentum des Bundes. Doch erst im Jahr 1994 war klar, dass die Bundeswehr keine Nachnutzung des Platzes beabsichtigte. Der Bund übertrug dem Land Brandenburg schließlich im Jahr 1994 neben anderen Arealen auch das Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberose. Das Land wiederum veräußerte später einige Teilflächen an Private, unter anderem auch die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Diese besitzt und betreut aktuell im Bereich Lieberose rund 3.150 ha Fläche.

Quellen:

  • Beutler, H. (2000): Landschaft in neuer Bestimmung. Russische Truppenübungsplätze. Findling-Verlag, Neuenhagen, 192 S.
  • Meckelmann, H. (2001): Zur Unterschutzstellung von ehemaligen durch die Westgruppe der Truppen (WGT) genutzten Übungsplatzes im Land Brandenburg. Natursch. Landsch.pflege Brandenburg 10: 81-83.
  • Internetseite der Oberförsterei Lieberose: http://forst.brandenburg.de/sixcms/detail.php/528889

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